Fünfzig Jahre Klinik Kinzigtal

Erste psychosomatische Großklinik Deutschland feiert Jubiläum

Gengenbach 18.11.2015 (uk). Die zum Offenburger Celenus-Klinikkonzern gehörende „Klinik Kinzigtal“ feiert am heutigen Mittwoch 50. Geburtstag. Die Fachklinik für Psychosomatische Rehabilitation kann bis zu 223 Patienten behandeln, Kostenträger ist überwiegend die Deutsche Rentenversicherung. Der Betrieb gehört zu den renommiertesten Kliniken für die Behandlung der stark zunehmenden psychischen Krankheiten in Deutschland und hat sich in den vergangenen Jahren zum „center of excellence“ besonders im Bereich der Therapie von chronischem Schmerz profiliert. Zum 50. Geburtstag kündigt Celenus-Vorstandsvorsitzende Susanne Leciejewski umfangreiche Renovierungsmaßnahmen an, Gemeinsam mit dem neuen Eigentümer der Celenus-Gruppe, der Pariser ORPEA Aktiengesellschaft, sollen in der ersten Jahreshälfte 2016 mehr als 3,5 Mio. Euro investiert werden. Zur Zeit sind mehr als 110 Mitarbeiter in dem Betrieb beschäftigt. 

Am 18.11.1965 wurde die Karlsruher Sanatorium AG, private Krankenanstalt, „Kurklinik Kinzigtal“ in die Gewerbekartei eingetragen, nachdem im Mai desselben Jahres der Richtbaum auf dem im ersten Bauabschnitt aus Hochhaus, Atrium und Verwaltungstrakt bestehenden Neubau im Wolfsweg hoch über Gengenbach gesetzt worden war. Der Beginn einer Erfolgsgeschichte und ein wichtiger Faktor für den Arbeitsmarkt. Heute ist die Klinik Kinzigtal der drittgrößte Arbeitgeber in Gengenbach. 

Der damalige ärztliche Direktor und Chefarzt Dr. Georg Wittich etablierte in Kürze trotz vieler Zweifler und Skeptiker die erste psychosomatische Großklinik im deutschsprachigen Raum. Ein von der Herbstmesse importierter Rasen fesselte ebenso das Auge wie eine antike Sitzgruppe spanischer Herkunft. Noch heute erinnern sich Zeitzeugen an den Scherz des damaligen Bauleiters, der den Spruch „Hier entsteht ein Atombunker für die Firma Burda“ in die Runde warf. In den ersten zehn Jahren wurden Patientengespräche mit Ärzten und Pflegepersonal im Zimmer der Patienten geführt. Die damalige Aufenthaltsdauer war mit vier Monaten deutlich länger als heutzutage. Im Durchschnitt verlässt ein Patient nach 42 Tagen die Klinik. 

Schon nach vier Jahren reichten die Kapazitäten der anfangs 145 Betten nicht mehr aus und 1969 wurde das Berghaus gebaut, dem 1987 das Talhaus folgte und damit der heutige Bebauungszustand erreicht wurde. Mit einer fünf Monate dauernden Grundsanierung des Hochhauses wurde das Hochhaus zwischen November 2001 und März 2002 modernisiert und auf den neusten Stand gebracht. Dies ging nur durch den Umzug der Mitarbeiter und Patienten vom Hochhaus in die Klinik Vier-Jahreszeiten Durbach, während die Patienten der beiden anderen Häuser weiterhin vor Ort blieben. Eine logistische Großaufgabe, da Patienten und Mitarbeiter sowie die Essensversorgung mit einem Shuttle-Service zwischen Gengenbach und Durbach hin und her transportiert wurden. Zeitgleich fand auch die Übernahme von Mitarbeitern der Durbacher Klinik statt. Im April 2002 wurde der Neubau in der Stadthalle am Nollen feierlich eingeweiht. Auf der Gästeliste standen Kommunalpolitiker, die Kostenträger, niedergelassene Therapeuten, Geschäftspartner und Mitarbeiter der Klinik. Zur Besichtigung des Umbaus wurde für die geladenen Gäste ebenfalls ein Shuttle-Verkehr eingerichtet.  

Vor fünf Jahren wurde die Celenus Kliniken GmbH – Psychosomatische Fachklinik Gengenbach GmbH neuer Träger. Doch der Name „Klinik Kinzigtal“ blieb aufgrund seiner bundesweiten Bekanntheit erhalten. Zertifiziert nach DIN EN ISO 9001 für den Geltungsbereich Gesamtorganisation der Klinik- Vorsorge- und Rehabilitationsklinik mit Schwerpunkt für stressbedingte Erkrankungen und Schmerzstörungen ist die Klinik auf folgende Behandlungsschwerpunkte spezialisiert: Psychosomatische Schmerztherapie, Depressionstherapie, Chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS) - Burn-out-Syndrom, Angstbewältigungstraining, Traumafolgestörung Einzel- und Gruppentherapie, Tinnitus- und Stressbewältigungstraining. Es besteht eine Gruppe für Berufsproblem (z.B. Mobbing), hinzu werden soziales Kompetenztraining, Spiegeltherapie, berufsbezogene Ergotherapie, Biofeedbacktraining und Stressassessment angeboten. In Kooperation mit der Deutschen Rentenversicherung Rheinland bietet die Celenus Klinik Kinzigtal bundesweit erstmalig im Rahmen der Psychosomatischen Rehabilitation seit dem 1. September 2010 ein Bindungstraining für alleinerziehende Mütter und Väter an. Mit 214 Einzel- und neun Doppelzimmer stehen 223 Betten zur Verfügung. Seit Juli 2015 ist Patrick Zander neuer Klinikdirektor. Chefarzt  ist seit Mai 2007 Dr. med. Burkhard Zentgraf, Facharzt für Psychiatrie, Facharzt für Neurologie, Psychotherapie, Schmerztherapie und Sozialmedizin. Weitere umfangreiche Informationen zu Indikationen und Therapie sowie freien Stellen können auf der Internetseite www.klinik-kinzigtal.de eingesehen werden.